MuttertagskonzertEine wunderbare Reise durch die Vielfalt der Musik erlebten die Besucher des Muttertagskonzerts im ausverkauften Bürgerhaus „Kurselters“ in Oberselters, das vom GV Liederkranz 1896 Oberselters e. V. veranstaltet wurde. Gemeinsam mit seinem Dirigenten Dr. Georg Hilfrich als musikalischem Leiter und Pianist, dem Bass-Solisten Hans Albert Demer, dem Gesangsensemble „Opera et Cetera“ sowie dem MGV „Liederkranz“ 1866 e. V. aus Eisenbach bereitete der Verein, der dieses Jahr sein 130-jähriges Jubiläum feiert, seinen Gästen einen unvergesslichen Nachmittag.

Den Auftakt gestalteten der Bass-Solist Hans Albert Demer und Dr. Georg Hilfrich am Klavier. Das erste Lied trug nicht nur den Titel „Vorhang auf“: Als sich der Vorhang vor den beiden bis dahin auf der Bühne verborgenen Chören tatsächlich öffnete und diese in den Vortrag einstimmten, ging ein Raunen durch das Publikum. Jürgen Möller, Vorsitzender des Liederkranz Oberselters, würdigte nach der Eröffnung mit humorvollen Zitaten alle Mütter, etwa mit dem Satz: „Echte Superheldinnen tragen keine Umhänge, sie heißen Mama!“ Allen anwesenden Superheldinnen wünschte Möller anschließend einen unterhaltsamen Nachmittag.

Danach führte Michael Blevins von „Opera et Cetera“ mit Charme und kalifornischem Akzent durch das Programm. Er stellte zunächst die Mitwirkenden vor: Dr. Georg Hilfrich, der seit vielen Jahren mit „Opera et Cetera“ verbunden ist, die Sopranistinnen Jessica Fründ und Annette Luig, den Bariton Timon Führ sowie den Tenor Keith Ikaia-Purdy, einen der Mitbegründer der Gesangsgruppe. Das Quartett übernahm die ersten drei Programmblöcke, so gestalteten Jessica Fründ und Timon Führ „Mehr will ich nicht von dir“ aus dem „Phantom der Oper“ als lebendig wirkende Szene, bevor alle vier Mitglieder die Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ ausgesprochen gefühlvoll vortrugen. Timon Führ animierte die Männer im Saal bei „Seemann, lass das Träumen“ zum Mitsingen, und Jessica Fründ flirtete bei „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ augenzwinkernd mit den Männern im Publikum. Als die Chöre wieder die Bühne betraten, gab es dann kein Halten mehr beim Mitsingen, denn den Text von „Die kleine Kneipe“, „Caprifischer“ oder „Griechischer Wein“ kennt schließlich fast jede(r).

Der zweite Teil des Konzerts begann erneut eindrucksvoll mit „Conquest of Paradise“, als die Chöre summend durch den Saal zur Bühne zogen. Der Eisenbacher „Liederkranz“ bestritt den nächsten Programmblock gemeinsam mit Hans Albert Demer, der Oberselterser Liederkranz anschließend mit Annette Luig. Hier zeigte sich, dass sich die intensive Probenarbeit mit dem Chorleiter Dr. Hilfrich im Vorfeld ausgezahlt hatte. Beide Chöre sangen intonationssicher und ausdrucksstark und wurden dabei von ihrem Dirigenten am Klavier souverän geführt.

Zum Ende des Konzerts reihte sich ein stimmungsvoller Höhepunkt an den nächsten: Hans Albert Demer träumte „Wenn ich einmal reich wär“, „Opera et Cetera“ sang mit Timon Führ als Solisten „That’s Amore“, und anschließend stimmte Demer gemeinsam mit den Chören „Es war einmal“ an, bevor „Opera et Cetera“ und die Chöre mit „Libiamo“ von Verdi für Begeisterung sorgten. Das Publikum belohnte den Abschluss mit Standing Ovations; man ließ die Sängerinnen und Sänger und den den Dirigenten nicht ohne Zugaben von der Bühne. Gemeinsam sangen „Opera et Cetera“ und die Chöre danach „Thank You for the Music“, Hans Albert Demer und die „Liederkränze“ stimmten „Das letzte Glas“ an, und doch hieß es am Ende leider „Time to Say Goodbye“.

Text: Katja Nießner

Foto: Petra Schramm (Die Chöre aus Oberselters und Eisenbach gemeinsam auf der Bühne mit Opera et Cetera, v. l. n. r. Annette Luig, Jessica Fründ, Keith Ikaia-Purdy, Timon Führ.)