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550 Anmeldungen allein für die Workshops, große
Resonanz, dazu ein Programm für alle rund ums gemeinsame
Singen - man konnte also auf eine gute Veranstaltung hoffen.
Aber da war ja noch die WM und ausgerechnet an diesem Tag ein
Spiel der deutschen Mannschaft ...
Klangvoller Auftakt durch den Sängerkreis
Untertaunus
Bereits am Vorabend der Veranstaltung sorgte der Sängerkreis
Untertaunus - dessen hervorragende
Organisation vor Ort maßgeblich zum Erfolg des "Tags
der Frauenstimme" beitrug - mit einem festlichen Eröffnungskonzert
in der vollbesetzten Idsteiner Unionskirche für einen beeindruckenden
Auftakt. Das Programm, bei dem alle Chorgattungen vertreten
waren, eröffnete der Junge Chor der Sängervereinigung
Wörsdorf, kürzlich als bester deutscher Chor seiner
Klasse ausgezeichnet, unter Marietta Fischesser. Die Chorgemeinschaft
Eintracht Strinz-Trinitatis unter Helmut Fuhr, die Teile des
Programms ihrer so erfolgreichen Konzertreise nach Rom vortrug,
das erfolgreicheVokalensemble "Cantando Cantabile"
unter Martin Winkler, die Sängervereinigung Bleidenstadt-Watzhahn,
die ebenfalls auf viele Wettbewerbserfolge zurückblicken
kann, sowie ein Projektchor mit Sängerinnen verschiedener
Chöre, der sich eigens für dieses Konzert zusammengefunden
hatte, unter Angelika Seip.
Nach dem Konzert war für die meisten Konzertbesucher der
Abend noch nicht zu Ende. Und so mischte man sich unter das
bunte Volk beim Idsteiner "Nightshopping" mit vielfältigen
Angeboten der Gastronomie und ließ den Abend nach- und
ausklingen.
Die Workshops
Am Vormittag war Idstein schon sehr belebt, aber es fehlten
auf dem Platz und in den Straßen noch die über 500
Workshop-Teilnehmerinnen. Was lockte diese Hunderte Teilnehmerinnen
zu den Workshops? War es allein das Interesse oder sogar der
Bedarf an Weiterbildung? Die Workshopthemen? Die hervorragenden
Dozenten? Das kostenlose Angebot? Die Presseankündigungen?
- Vermutlich spielte alles bei der großen Zahl der Anmeldungen
eine Rolle. Dass bei den vielen Teilnehmerinnen nicht wenige
waren, die noch nie in einem Chor gesungen hatten und für
die dieser Tag eine willkommene Gelegenheit bot, ihre Stimme
auszuprobieren und hineinzuschnuppern ins gemeinsame Singen,
ist ebenso ein schönes Ergebnis des "Tags der Frauenstimme".
Das stärkste Interesse galt den drei
Workshops "Funktionale Stimmbildung".
Die Dozenten Elisabeth Schnippe, Dorothea Frank und Kilian Gottwald
zeigten den annähernd 300 Teilnehmerinnen Wege zur optimalen
Stimmfunktion und wie sie Tonhöhe, Lautstärke, Klangfarbe
und Tondauer verbessern können, ohne der Stimme zu schaden.
Und wer in den Workshop "Die Frau im
Volkslied" schaute und die Teilnehmerinnen beobachtete,
war anschließend nicht mehr der Meinung, Volkslieder seien
langweilig und überhaupt "out". "Er hat
das Volkslied so interessant rübergebracht, dass ich im
eigenen Chor heftig Reklame gemacht habe", schrieb eine
Teilnehmerin.
Jazz/Pop - ein Workshop nur für
jüngere Teilnehmerinnen? Nicht in Idstein. Auch ältere
Sängerinnen waren begeistert mit den jüngeren bei
der Sache - so sehr, dass die von der Dozentin angebotene Pause
nicht angenommen wurde. Die Teilnehmerinnen wollten lieber singen!
Und Carmen Whitehurst war wirklich die ideale Besetzung - mitreißend,
fröhlich, der Funke musste einfach überspringen. Den
Song "Don't stop the music", der in drei Workshopstunden
einstudiert wurde, präsentierten die Teilnehmerinnen mit
gleicher Begeisterung zur Eröffnung des Open-Air-Konzerts.
"Der Tag war äußerst gelungen, tolle Atmosphäre
- unbedingt wiederholen" - so das Fazit des Tages von Chorleiter
Jürgen Faßbender, dem man bei einer offenen
Chorprobe mit seinem vielfach ausgezeichneten Chor "carpe
diem" über die Schulter schauen konnte. Wann
hat man dazu schon einmal Gelegenheit? Er stellte "Raritäten
der Romantik" vor und da unter den Teilnehmern interessierte
Chorleiterinnen und Chorleiter waren, wird sicher die eine oder
andere vorgestellte Rarität ihren Weg in einen Chor finden.
Nach den Workshops füllte sich die Stadt zusehends. Während
sich die einen nach einem schattigen Plätzchen und einem
Imbiss umschauten, trafen sich Chöre im "Gerberhaus",
um sich für das Open-Air-Konzert einzusingen.
Das Open-Air-Konzert
"Don't stop the music. We can make beautiful music."
Mit diesem Lied, dessen Titel quasi als Motto des Tages dienen
konnte, eröffneten die Teilnehmerinnen des Workshops "Jazz/Pop"
unter Dozentin Carmen Whitehurst das Open-Air-Konzert vor dem
Idsteiner Rathaus. Zehn hessische Frauenchöre gestalteten
das weitere Programm, das ein buntes Kaleidoskop der Frauenchorliteratur
zeigte - vom Madrigal über "klassische" Frauenchorliteratur
bis zu modernen Songs und Jazz. Die mitwirkenden Chöre,
denen eine große und begeisterte Zuhörerschar sicher
war und die allesamt starken Beifall erhielten, waren "Bermissima"
aus Bermbach unter Enikö Szendrey, die Chorvereinigung
Fischbach mit GV Frohsinn Königstädten-Rüsselsheim
unter Alina Klepper, CantAare Femina aus Hausen unter Ernie
Rhein, Die MusiTanten aus Nieder-Oberrod unter Enikö Szendrey,
der Frauenchor Weinbach unter Sabine Ott, "Harmonie"
Wicker unter Jürgen Bröhl, "Frohsinn" Wiesbaden-Bierstadt
unter Ernie Rhein, der Frauen- und Mädchenchor Wirbelau
mit dem Frauen- und Mädchenchor Seelbach unter Jakob Winter,
die Aartallerchen aus Taunusstein unter Sergio Goldberg und
Jürgen Faßbender mit seinem Chor "carpe diem".
Das Offene Singen
Hunderte sangen gemeinsam mit Uwe Henkhaus - und beileibe nicht
nur Frauen. Es war einfach schön! Da war es egal, ob man
Erfahrung im Chorgesang hatte oder nicht. Jede(r) traute sich,
für alle war etwas dabei: Kanons, leichte, schnell einstudierte
Lieder, und für die Chorsängerinnen noch zwei Lieder,
die vorher einstudiert werden konnten. Auch hier viele, die
aus Neugier gekommen waren und einfach ohne Angst, sich zu blamieren,
mitsingen konnten und das offenbar mit viel Freude taten.
Besonderer Besuch am "Tag der Frauenstimme"
Susanne Blessing, Frauenreferentin im Deutschen Chorverband,
war aus dem Schwabenländle nach Idstein gekommen. "Auf
diese Veranstaltung könnt ihr wirklich stolz sein",
war ihr Resümee nach dem Besuch aller Workshops, dem Open-Air-Konzert
und dem Offenen Singen. Und ganz begeistert war sie auch von
der fröhlichen Atmosphäre - und natürlich von
der Idsteiner Altstadt, die sicher das Ihre zu diesem Erfolg
beigetragen hat.
Das Sahnehäubchen des Tages
Wer verpasste mehr: die Fußballbegeisterten, die statt
zum Abschlusskonzert mit "canta filia" lieber im Idsteiner
"Brauhaus" das Spiel Deutschland-Schweden verfolgten,
oder die Konzertbesucher im trotz WM vollen Saal der Idsteiner
Stadthalle? Lesen Sie unseren Extrabericht und urteilen Sie
selbst ...
Fazit?
Wenn man hört, was Susanne Blessing zum "Tag der Frauenstimme"
meinte, wenn der Präsident des HSB, Gerd Jürgen Raach,
schreibt "... es war wunderschön, so viele zufriedene
und glückliche Frauen, Teilnehmerinnen an den Workshops,
Sängerinnen in vor dem Rathaus auftretenden Chören
oder auch nur Zuhörerinnen zu erleben ..." und wenn
nicht nur eine Teilnehmerin anschließend schrieb: "Es
ist schade, dass eine solch schöne Veranstaltung nur alle
drei Jahre stattfindet ..." - dann muss es doch einfach
schön gewesen sein, oder? Dann bis zum nächsten "Tag
der Frauenstimme"!
Bilder sagen mehr als Worte, heißt es. Und wenn man die
vielen Fotos vom "Tag der Frauenstimme" am
24. Juni 2006 auf dieser Webseite betrachtet, Rückmeldungen
und Presseberichte liest, bekommt man noch etwas von der Atmosphäre
mit, die an diesem Tag in Idstein geherrscht hat - und man weiß,
dass die Worte von Uwe Henkhaus (siehe Überschrift) sicher
allen Besuchern des Tages aus dem Herzen gesprochen sind.
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